Kontakt
Moersch Photochemie
Am Heideberg 48
50354 Hürth
Germany

Tel.: +49-2233-943137
Fax.: +49-2233-943138

EMail:
wolfgangmoersch-photochemie.de

Impressum
Sprachen
Direkte Eisentonung



Select Ivory (PW17)


"What you see is what you get." Im Unterschied zu der indirekten Tonung, kann der Tonungs-vorgang bei dem direkten Verfahren abgebrochen werden, wenn die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Der in der Einführung angesprochene Nachteil, die Instabilität der Mischungen von Toner- und Bleichersubstanz in saurer Lösung konnte bei der Formulierung des MT7 weitgehend aufgehoben werden. Mit diesem Toner können also auch Barytpapiere getont werden, ohne daß Ablagerungen von Turnbullschem Blau den Abzug ruinieren. Neben den drei für eine Tonung unbedingt erforderlichen Substanzen (Kaliumhexacyanoferrat, einem Eisen(III)-salz und Säure) ist ein Stabilisator im Lieferumfang enthalten. Das Mischungsverhältnis, die Menge der Teile 1, 2 und 4, ist vorgegeben, die Verdünnung mit Wasser ist variabel. Teil 3 ist der Stabilisator, von dem auch größere Mengen als empfohlen zugegeben werden können. Je höher der Anteil des Stabilisators, desto länger bleibt der Toner "sauber", desto langsamer wird er arbeiten und bei Überdosierung findet überhaupt keine Tonung mehr statt! Völlig unterbinden läßt sich die Entstehung des Farbstoffs im Toneransatz nicht, aber er tritt erst wesentlich später in Erscheinung als in Lösungen ohne Stabilisator. Erste Warnzeichen sind blaue Ablagerungen an den Schalenwänden, die wenn sie noch lösbar sind, durch das Kippen der Schale auf die Printoberfläche schwappen und sich dort, oder im Papierfilz der Rückseite festsetzen. Sobald diese Ablagerungen zunehmen, der Toneransatz seine Farbe stark zu dunkelblau verändert, muß die Lösung nicht etwa verworfen, sondern filtriert werden. Ein Kaffeefilter reicht für diesen Zweck völlig aus, der Farbstoff bleibt im Filterpapier hängen. Der Toner kann nach Gebrauch wochenlang in Kunststoffbehältern für weiteren Gebrauch aufbewahrt werden. Es wird sich ein dunkler Niederschlag am Flaschenboden zeigen, den man tunlichst durch vorsichtiges Ausgießen dort belassen sollte, alternativ kann vor Gebrauch filtriert werden.

Der Toner greift alle Dichten gleichmäßig an, bei geringer Silberdichte erfolgt die Umsetzung rasch, die hohen Silberdichten der Schatten brauchen länger um völlig durchgetont zu werden. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit sowohl zu hellblauer Farbe, oder nur leicht blaugrünem Bildton ohne nennenswerte Kontrastverstärkung zu tonen und im Interesse der Erhaltung der ursprünglichen Tonwerte oder auch nur um dezentere Farbnuancen zu erhalten, mit verdünnter Lösung nach Sicht zu tonen. Um den Fortgang der Tonung besser beurteilen zu können, ist eine Verdünnung der Arbeitslösung besonders dann von Vorteil, wenn nicht durchgetont werden soll. Bei kräftigem Ansatz sind Warmtonpapiere nach etwa dreißig Sekunden, Bromsilberpapiere nach etwa 60 bis 90 Sekunden durchgetont. Sowohl durch Verdünnung, als auch durch Erhöhung der Stabilisatormenge, oder durch Reduzierung der Säuremenge, läßt sich die Tonungsgeschwindigkeit und der resultierende Farbton steuern. Es ist zu beachten, daß bei direkter Tonung in der Regel alle Tonwerte an Dichte zulegen, wenn mit der kräftigen Standardabstimmung getont wird. Achtet man bei der Entwicklung darauf, die Hochlichter klar zu halten, sodaß die Bildweißen keine Farbe annehmen, kann die Tonwertkurve bei Durchtonung um mehr als eine Zone verlängert werden. Die Dmax-Werte können dann bei 2.4 logD oder gar leicht darüber liegen.

Die Bildweißen sind bei allen direkten Tonungsverfahren durch das im Toner enthaltene Hexacyanofferat gelblich belegt. Diese Einfärbung würde durch ausgiebige Wässerung zwar völlig beseitigt werden können, aber gleichzeitig würde dabei auch der blaue Farbton zurückgehen (siehe Indirekte Tonung). Ein Verblassen der Farbe kann durch Ansäuerung des Waschwassers vermieden werden, allerdings ist diese Vorgehensweise mühsam und zeitaufwendig. Eine 1-2%ige Kochsalz-lösung entgilbt innerhalb von zwei bis drei Minuten. Eine NaCl - Pulvermischung mit Na-Citrat ist im Lieferumfang des Toners enthalten. Man bereitet daraus eine Stammlösung, die zum Gebrauch 1+9 bis 1+14 verdünnt wird.






Select VC (PW14)
Der typische hellblaue Farbton von Warm-tonpapier bei normaler Abstimmung des Toners.
Deutlich wird hier sichtbar, daß eine beim ungetonten Print durchaus erwünschte Lichterzeichnung für die Blautonung zu hoch ist. Deshalb sollten Prints für Eisentonungen brillantere Lichter aufweisen.

© Serhan Sözmen




Select VC halbmatt (PW15) Der Print wurde geteilt um die Unterschiede von Tonerabstimmung und Tonungszeit zu verdeutlichen:
Links - Normalabstimmung 50 Sekunden

Rechts - doppelt verdünnt, doppelte Menge Stabilisator, ebenfalls 50 Sekunden






Select VC (PW14)
Deutlicher als bei Neutraltonpapieren macht sich der Unterschied des verwendeten Entwicklers bei Warmtonpapieren bemerkbar. Je wärmer der ursprüngliche Ton, desto grünlicher ist die Farbe nach der Tonung.

Eine Umtonung zu Delftblau bewirkt ein alkalisches Nachbehandlungsbad. Ob dabei Borax, Soda, oder Ammoniak Verwendung findet, ist weniger entscheidend als der Gehalt an Alkali und die Einwirkungszeit.

Im Lieferumfang des MT7 sind 50ml Ammoniak (10%ig) enthalten. Auf 100ml Wasser sind 0.5 bis 1ml dieser Lösung zu geben und den Print darin für 20 bis 90 Sekunden zu baden.

© Frank Peinemann



Die Farbe geht fast augenblicklich in eine purpurne Nuance über, was aber nicht dazu verleiten sollte, die Behandlung zu früh abzubrechen, weil die Farbe sich sonst während der Schlußwässerung wieder in die ursprünglich vorgelegene Richtung verändern kann. Erst wenn bei längerer Einwirkungszeit die Lichter völlig die Farbe und damit auch Dichte verlieren, hat man unter Umständen des Guten zuviel getan, denn bei der anschließenden Wässerung wird die Alkalität ja nicht schlagartig neutralisiert und bekanntermaßen kann sich schon leicht alkalisches Leitungswasser farbmindernd auswirken, wenn länger als fünf Minuten gewaschen wird. Es sei zur Beruhigung darauf hingewiesen, daß eine längere Dauer der Schlußwässerung, wie nach der Fixage zwingend erforderlich, hier völlig unnötig ist.

Ist der Farbton infolge der Nachbehandlung oder wegen zu langer Wässerung mehr als gewünscht zurückgegangen, kann der ursprünglich vorhandene Farbton mit leicht verminderter Intensität und Deckung wieder durch ein leicht angesäuertes Wasserbad zurückgeholt werden. Um den Glanz der Oberfläche zu schonen, sind organische Säuren wie Zitronen- oder Essigsäure den Mineralsäuren vorzuziehen.






Zum Vergleich der Wirkungsweise zwischen der direkten und indirekten Eisentonung ein Beispiel auf dem gleichen Papier, nach Bleichung im Oxalatbleicher und Ammoniumeisen(III)-sulfat Tonung, nach drei Stunden Lichteinwirkung (diffuses Tageslicht Innenraum) links und sechs Stunden direktem Sonnenlicht rechts. Diese Nachdunklung durch nicht vollständige Umsetzung des Silberbildes zum Farbstoffbild (siehe Indirekte Tonung) ist bei der Tonung zu berücksichtigen, aber selbst mit der Nachdunklung wird die Maximalschwärzung des direkt getonten Prints nicht erreicht.





Ist eine Tonung - unabhängig vom Verfahren und der Formulierung, oder der Nachbehandlung mißglückt, kann das Silberbild durch Rückentwicklung in einem beliebigen Positiventwickler wiederhergestellt werden.
Meist geht diese Wiederherstellung aber einher mit einem starken Vergilben der Bildweißen. Doch dies bedeutet noch keineswegs den Verlust des Prints wie das Beispiel links zeigt, denn diese Einfärbung läßt sich leicht in einem Säurebad entfernen. Eine organische Säure, wie ein (frisch angesetztes) Essig- oder Zitronensäurestoppbad in der üblichen Konzentration entschleiert.

Schon nach 30 Sekunden ist der zur Hälfte eingetauchte vergilbte Abzug geklärt. Solchermaßen "gerettete" Prints können wiederum getont werden.




MCP
Tonung bei Standardabstimmung
Wasser 400ml
Teil 1 bis Teil 4 jeweils 10ml

40 Sekunden

Der Farbton ist blaugrün, die Schatten werden verstärkt.




Ist ein reiner Blauton erwünscht, muß im Alkalibad "umgetont" werden
Tonung wie oben + Boraxbad 1 Minute




Soll die Farbsättigung von Warmtonpapieren schon bei der Tonung reduziert werden, kann die Menge des Stabilisators vervierfacht werden.
Wasser - 400ml
Teil 1 - 10ml
Teil 2 - 10ml
Teil 3 - 40ml
Teil 4 - 10ml

Tonungszeit 40 Sekunden




Fomabrom Variant III
Standardabstimmung
Tonungszeit 1 Minute

Alle Dichten nehmen zu, insbesondere die dunklen Bereiche.

Nachbehandlung 1 Minute in ammoniakalkalischer Lösung
(2ml Ammoniak 10%ig auf 200nl Wasser)




Ilford MG Warmton
Standardabstimmung

Tonungszeit 90 Sekunden

Nachbehandlung 2 Minuten in schwach ammoniakalkalischer Lösung
(1ml Ammoniak 10%ig auf 400nl Wasser)




Abstimmung wie oben, aber nur 30 Sekunden getont
Nachbehandlung 50 Sekunden in ammoniakalkalischer Lösung
(2ml Ammoniak 10%ig auf 200nl Wasser)

© Peter Specht




Fotokemika EMAKS
Adox Nuance

Tonerabstimmung 10+10+10+10+1000ml
Tonungszeit 90 Sekunden

Bei verdünntem Toner zeigt dieses Papier wegen seines hohen Silbergehalts nur einen dezenten Lichterton.

Selbst bei normaler Tonerabstimmung dauert die vollständige Umsetzung des Silbers zu Farbstoff länger als zwei Minuten.

© Helga Pisters




Fotokemika Varicon
Adox Fine Print Classic VC

Abstimmung links 10+10+30+10+500ml
Tonungszeit 30 Sekunden

Abstimmung unten 10+10+5+10+500ml
Tonungszeit 90 Sekunden

Rechts unten
Umtonung zu Delftblau in alkalischer Lösung
(2ml Ammoniak 10%ig auf 200nl Wasser)
60 Sekunden








Kentmere Fineprint VC
links nach Normalentwicklung
unten zum Vergleich nach Lithentwicklung

Beide mit identischer Tonerabstimmung

links 45 Sekunden
unten 75 Sekunden




Zur Durchtonung der stark gedeckten Lithschatten ist eine längere Tonungszeit erforderlich.
Ist eine Eisenblautonung von Lithprints vorgesehen, sollte nicht wie hier bis zur Erreichung von Maximalschwarz entwickelt werden, da die zeichnungslosen Lithschatten enorm an Dichte zulegen und auch die benachbarte Zone in den Bereich der Maximalschwärzung fällt.

Zudem wäre das obere Negativ, aufgenommen bei diffusem Licht, für einen Lithprint mit Blautonung die bessere Wahl gewesen.



Ilford MG IV getont 40 Sekunden


Umtonung in 0,2%iger Ammoniaklösung





MCC Zweibadentwicklung mit Lith als Erstentwickler
Abstimmung 10+10+20+10+400ml 60 Sekunden




Umtonung zu Delftblau mit 0,2%iger Ammoniaklösung 75 Sekunden