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Tonung mit Polysulfid



© Markus Rottländer
Select VC SE15 Polychrome (Lith+Siena) MT4 1+200 1min mit Nachtonung in der Wässerung






Tonung und Nachtonung mit MT4 Polysulfidtoner
Die Tonung in stark verdünntem MT4 wird nach Wässerung und Trocknung mehrfarbig. Je wärmer der Print entwickelt wurde und je stärker die Tonerverdünnung, desto bunter wird die Tonung ausfallen. Die endgültige Farbe stellt sich erst nach der Trocknung ein.

Bestens geeignet für derartige Tonungen ist das Fomatone.

Schritt 1:
Zweibad Lith/Catechol - Verdünnung: Lith 1+10 Catechol 1+100 - Entwicklungszeit jeweils 2:30 Minuten



Schritt 2:
MT4 Siena Polysulfidtoner - Verdünnung 1+250 - Tonungszeit 20 Sekunden - Schatten und Mitteltöne werden dunkler, noch ist der Print einfarbig. Soll das so bleiben, reicht eine Wässerung nicht aus um den Tonungsvorgang abzubrechen. Der Toner muß durch eine 10-20%ige Sulfitlösung aus der Emulsion verdrängt werden.



Schritt 3:
Nach der Tonung folgt ein Wasserbad für ein bis vier Minuten. Der Toner ist jetzt noch wirksam, auch wenn dies nicht sofort erkennbar wird, Danach wird ausgewässert. Sowohl im Wasserbad, als auch während der Wässerung schreitet die Tonung fort und nach 10-20 Minuten kann sich schon ein völlig anderer Bildton einstellen, die Lichter werden gelb, die Übergänge zu den Schatten werden grünlich, oder (wie hier) bläulich. In der Regel verstärkt sich dieser Effekt bei der Trocknung, oder er entsteht gar erst dann.









Bei Erhöhung der Lichtmenge und Anpassung der Entwickler durch Verdünnung, oder Zugabe von Alkai zum Zweitentwickler wird die Farbe von Polychromeprints rötlicher. Bei der Tonung mit Polysulfid wird der Ton (nach der Trocknung!) umso bläulicher, je rötlicher der Ursprungsprint war.

Noch stärker macht sich eine längere Zeit im Erstentwickler bemerkbar, wenn dieser infolge einer erheblich längeren Belichtungszeit stark mit dem Entwicklungsverzögerer Lith D oder Kaliumbromid gebremst werden muß.

Auch die Tonerverdünnung hat Einfluß auf das Tonungsergebnis. Der MT4 kann für Polychrome-prints zwischen 1+20 bis 1+1000 verdünnt werden. Es wird sich spätestens nach der Trocknung - unabhängig von der Verdünnung - eine Mehrfarbigkeit einstellen. Bei hoher Verdünnung und Tonungszeiten zwischen einer und zwei Minuten ist die Tonung kontrollierbarer als bei Ansätzen bis 1+50, denn eine Nachtonung findet in jedem Fall statt. Wenn man bedenkt, daß dieser Toner noch bei 1+1000 Wirkung zeigt, wird verständlich, daß zu Beginn der "Wässerung" lediglich eine Verdünnung des noch im Papieres enthaltenen Toners, nicht jedoch seine sofortige Entfernung stattfindet. Soll die Farbe, die sich unmittelbar nach der Tonung zeigt erhalten werden, muß das Sulfid durch Sulfit aus der Schicht verdrängt werden. Hierzu wird noch einer Wässerung von zwei bis vier Minuten, ein 10-15%iges Natriumsulfitbad für zwei bis drei Minuten eingesetzt. Ist kein pures Sulfit zur Hand, funktioniert für diesen Zweck auch eine ca. 1+1 verdünnte Wässerungshilfe auf Sulfitbasis.



Zur Demonstration wurde ein Print 50 Sekunden in MT4 1+25 getont, drei Minuten gewässert, in 10%igem Sulfitbad (2min) gestoppt und gewässert.
Auch nach der Trocknung blieb der Bildton gegenüber dem nach dem Sulfitbad unverändert. So muß also der Bildton zunächst aussehen, wenn durch Zulassung der Nachtonung ein mehrfarbiger Print entstehen soll.

Der Farbumschlag geht einher mit einer Dichteerhöhung bis in die Lichter, der Print weist jetzt keinen Kontrast auf, die Schatten machen sich breit und sind zu schwer. Wäre die Nachtonung zugelassen worden, hätte sich der Kontrast erhöht, Lichter und Mitteltöne wären heller und gelbgrün geworden.








Dieser Polychromeprint auf Select VC wurde bei Verdünnung 1+1000 (!) nur 20 Sekunden getont und verblieb vor der fließenden Wässerung für etwa fünf Minuten in einer Schale mit Wasser.
Voraussetzung für die Ton- und Farbtrennung ist ein Print mit grünlichen Schatten und magentarot belegten Lichtern.

Sollen die Schatten nach der Tonung weniger schwer erscheinen, darf im Lithentwickler nicht bis zur Schattenschwärzung entwickelt werden. Der Print muß zart und flau erscheinen, für den Kontrast sorgt der Toner.


unten: Polychromeprint auf Kentona
unten rechts: getont bei 1+25 30 Sekunden

© A.S.C.










Polychromeprint auf Fomatone



MT4 1+25 30 Sekunden







© A.S.C.
Select VC Zweibad:
Erstentwickler Mischung Lith/VGT und Zweitentwickler Separol HE 1+15





Tonung MT4 Siena 1+20 15sec - Nachtonung zugelassen



Dieses Beispiel zeigt, wie die Wahl der Entwickler das Tonungsergebnis beeinflusst. Der durch Mischung mit VGT-A "entschärfte" Lithentwickler bewirkt noch eine Tontrennung von Schatten- und Mitteltönen, doch die Farbe nach der Tonung ist einheitlicher als bei Polychromeprints mit Lith und Siena. Auch hier fand eine Nachtonung im Wasser statt, der ursprünglich dunkelbraune Ton wurde gelblicher. Der typische Übergang zu den Schatten mit grünlichem Anflug ist dennoch schwach vorhanden und könnte durch ein Übertonen mit Selen beseitigt werden.