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Zweibad mit Normalentwickler
Ist eine dezentere Farbgebung als bei der Polychrometechnik erwünscht oder soll durch den Lith als Erstentwickler lediglich eine Aufsteilung magerer Negativschatten erfolgen, können beliebige Positiventwickler als Zweitentwickler eingesetzt werden. Sinnvollerweise sollten dabei langsam arbeitende Formulierungen bevorzugt werden.




SE20C Catechol auf Neutraltonpapier

Das kontrastvariable Bromsilberpapier (Varykon) von Fotokemika wurde in den letzten Jahren in Deutschland von MACO (Multibrom) und Fotoimpex (ADOX Fine Print Vario Classic) vertrieben. Dieses Papier lithtet scharf, mit tiefschwarzen Schatten und unspektakulärer Farbigkeit. Bei der Zweibadentwicklung nach Überbelichtung von ein bis zwei Blendenstufen werden im Lith nur die Schatten angelegt, alle anderen Ton-werte werden in verdünntem Normalentwickler hervorgerufen. Bestens geeignet ist für diesen Zweck der kräftig und langsam arbeitende Catecholentwickler. Die Verdünnung ist abhängig von der Lichtmenge, sie kann zwischen 1+20 bis 1+80 liegen. Bei starker Überblelichtung ist auch der Lithentwickler weiter zu verdünnen, alternativ kann mit Lith D oder Bromid gebremst werden.



SE2 Warm auf Neutraltonpapier

Wie oben wurde auf ADOX Fine Print Vario Classic geprintet.Bei ähnlich hoher Lichtmenge muß dieser erheblich schnellere Entwickler auch sehr viel stärker verdünnt werden um Mitteltöne und Lichter langsam zur gewünscht zarten Deckung entwickeln zu können. Der Grund für diesen extremen Unterschied liegt in der höheren Dosierung des Entwicklungsbeschleunigers bei dieser Formulierung.Der Bildton ist bei dieser Entwicklerkombination weniger farbig. Getont wurde in MT2 Carbon 1+20 2 Minuten

© A.S.C.



SE20C Catechol auf Warmtonpapier

Warmtonemulsionen wie Select/Forte/Bergger reagieren auf die Kombination Lith+Catechol bei starker Überbelichtung mit hoher Farbigkeit und nur geringem Anstieg der Mitteltondichten, wenn der Zweitentwickler stark verdünnt wird.Lith 1+8 Catechol 1+50 ©

© Heike Stark



SE30 Meritol auf Warmtonpapier

Lith+Meritol bringt auf Select VC gelbliche Lichter, leicht rötliche Mitteltöne und grünliche Schatten, die bei einer Selentonung von 1+20 innerhalb von 30 Sekunden an Dichte zulegen und nach 60 Maximalschwärzung bei kühlem Magentaton zeigen. Ist eine Tonung vorgesehen, darf der Print kein tiefes Schwarz aufweisen, andernfalls würden die Schattenzonen durch die verstärkende Wirkung des Toners zeichnungslos zulaufen.

© A.S.C.








SE1 Sepia auf Agfa MCC

Die MCC Emulsionen wurden im Laufe der Jahre immer mal wieder verändert, manchmal zu Lasten der Lithfähigkeit, die letzte Agfa Charge ist für die Technik brauchbar.Im Lithentwickler mit erhöhtem Bromidgehalt (+ Lith D) wird anentwickelt bis sich die Schatten deutlich zeigen, aber noch nicht volle Schwärzung bringen. Ausentwickelt wird wie üblich in verdünntem Zweitentwickler (1+50 bis 1+200). Mit dem Zweitentwickler muß nicht unbedingt die Maximalschwärzung erreicht werden, wenn anschließend in Selen oder Carbon getont werden soll.Bei der Carbontonung reicht eine Verdünnung von 1+40 aus, um nach kurzer Zeit die Schattendichten ansteigen zu lassen. Der ursprünglich grünliche Ton der Schatten wird mit zunehmender Tonungsdauer rötlicher und landet schließlich nach einigen Minuten bei kühlem Magenta. Hier wurde die Tonung nach zweieinhalb Minuten abgebrochen um die noch leicht grünlichen Übergänge zu den gelben Lichtern zu erhalten.








SE6 Blue auf Select VC

Der SE6 Blue ist mein stärkstes Konzentrat und muß deshalb nach Lith bis 1+300 verdünnt, oder bei Verdünnungen zwischen 1+30 und 1+50 in seiner Aktivität durch hohe Dosierung von Finisher Blue gebremst werden, wobei dann auch trotz der Überbelichtung für den Erstent-wickler ein kühler Bildton entstehen kann.Zum Vergleich der Polychromeprint

© Peter Ginter



VGT

Der VGT Baukasten bietet die Möglichkeit aus seinen einzelnen Komponenten Entwickler für jeden erdenklichen Zweck zu mischen. Soll auch nach der Erstentwicklung im Lith neben tiefschwarzen Schatten ein "normaler" Tonwert-verlauf bei rotbraunem Ton entstehen, muß der Zweitentwickler zwar eine höhere Aktivität als der Lith aufweisen, aber auch er muß möglichst langsam und hart arbeiten um die benötigte Lichtmenge für die Farbe in einen gradlinigen Anstieg der Tonwerte umsetzen zu können. Zu diesem Zweck wird dem Entwickler die sonst zumindest in geringer Menge übliche zweite Entwicklersubstanz verwehrt und nur aus A (hart) und C (Alkali) gemischt.

© Stefan Steinbrecher






Tanol

Ist kein geeigneter Warmtonentwickler zur Hand, lassen sich gelblichbraune bis rotbraune Bildtöne im Negativentwickler Tanol hervorrufen. Bekanntermaßen entwickelt Brenzkatechin in Abwesenheit von Sulfit zu braunem Ton. Der Sulfitgehalt von Tanol ist gering, also funktioniert diese Kombination zumindest bei Warmtonpapieren. Bei Neutraltonemulsionen wie dem Agfa MCC können braune Töne durch Zusatz von Ammoniumsalzen provoziert werden. Mehr als zwei oder drei Prints pro Ansatz gibt der Entwickler wegen rascher Oxidation nicht her. Werden jedoch die beiden Komponenten von Tanol nicht gemischt, sondern getrennt eingesetzt, steht einer längeren Nutzung nichts im Wege. Die Alkalität des Prints durch den Erstentwickler Lith muß dann allerdings unbedingt durch ein saures Stoppbad neutralisiert werden. (siehe Varianten in Teil 2)