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Lektion 3: Tonungen
Gold-, Platin- und Palladiumtonungen können sowohl vor als auch nach der Fixage vorgenommen werden, wobei der Palladiumtoner nach der Fixage eingesetzt den Träger leicht gelblich einfärbt. Schwefel- und Carbontonung erfolgen nach der Fixage, denn das noch ungelöste (nicht am Bildaufbau beteiligte) Silbersalz würde zu unlöslichem Schwefelsilber umgesetzt.

Alle hier vorgestellten Tonungsmethoden erhöhen die Lebensdauer von Kallitypien. Wie jeder andere Silberprint ist auch die Kallitypie anfällig gegenüber Gasen und Lichteinwirkung, nicht mehr, sondern eher weniger als Silbergelatineabzüge. Zumindest dann, wenn auf hochwertiges Baumwollpapier gedruckt wird, können Kallitypien einige Jahrzehnte unbeschadet überstehen. Wer seine Werke für Jahrhunderte sichern will, kommt an einer Edelmetalltonung nicht vorbei. Wird das Bildsilber vollständig gegen Gold oder Platin ausgetauscht, ist die Kallitypie genauso haltbar wie die Platinotypie, also so lange bis der Träger zerfällt.




Kallitypie vom Pyro-Originalnegativ, ohne Tonung





Palladiumtonung
vor der Fixage





Platintonung
vor der Fixage





Carbontonung
nach der Fixage



Goldtonung

Die Goldtonung vor der Fixage bringt den höheren Dichtezuwachs in den Schattenpartien, bei leichtem Dichteverlust in den Lichtern. Die unterschiedlichen Formulierungen erzeugen hier auch sehr unterschiedliche Bildtöne. Nach der Fixage eingesetzt, sind farbliche Unterschiede der verschieden zusammengesetzten Toner (bei Durchtonung!) kaum festzustellen. Alle mir bekannten Toner tendieren zu einem kühlen Magentaton, die Intensität ist abhängig von der Tonungsdauer. Auch hier nimmt die Maximalschwärzung zu, der Lichtertonwert bleibt jedoch erhalten, der Farbton wird kälter.

    

Reproduktion Horst P. Horst
Links ungetont, rechts getont in MT9 Goldtoner nach der Fixage





Bei Tonung vor der Fixage werden die Unterschiede zwischen den Goldtonern deutlich: Oben MT9, unten MT10, Tonungszeit jeweils vier Minuten.








Albert Renger-Patzsch
MT6 Nelson Gold vor Fixage





Albert Renger-Patzsch
MT6 Nelson Gold nach Fixage



Veränderung des Tonwertumfangs durch Tonung

Um Tonwertverschiebungen durch die gebräuchlichen Toner deutlich zu machen, wurde bei den folgenden Beispielen die Belichtungszeit nicht der Eigenschaft des vorgesehenen Toners angepasst. Alle Prints wurden zwei Minuten belichtet. Das Negativ (Delta 4x5inch entwickelt in MZB) hat einen Kontrastumfang von 1,3logD. Entwickelt wurde sechs Minuten in Natriumcitrat mit Zusatz von einem Tropfen Dichromat auf 100ml, geklärt wurde drei Minuten, fixiert vier Minuten.




Ohne Tonung





Palladiumtonung vor der Fixage – sechs Minuten





Palladium- und Goldtonung – vor der Fixage anderthalb und zwei Minuten





Platintonung vor der Fixage - zwei Minuten





Goldtonung (MT9) vor der Fixage – vier Minuten





Schwefeltonung (Thioharnstoff) und Platin – nach der Fixage


Bleicher 1+200 20 Sekunden, MT3 Vario-Schwefeltoner in der Abstimmung für dunkelbraun (25:150:325) 60 Sekunden. Zur Verstärkung der Schattenpartien und zum Schutz der ungeschwefelten Bildbereiche wurde anschließend noch für zwei Minuten platiniert.



Ein stärkerer Bleicher (hier 1+20 fünf Sekunden) ergibt mit dem gleichen Schwefeltoner einen gelblichen Ton. Auch hier wurden zum Abschluß noch die Schatten im Platinbad getont.




Wird der geschwefelte Print in einen beliebigen Goldtoner gebracht, entsteht mit zunehmender Tonungszeit ein immer intensiver werdender Rötelton.