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Lektion 4: Warmtonpapiere

Die "lithfähigen" Warmtonpapiere reagieren stark auf unterschiedlich abgestimmte Lithentwickler, so dass sich mit einem einzigen Papier verschiedenste Ergebnisse erzielen lassen.

Meine ersten Lithprints machte ich, wie wohl alle Litenthusiasten in der Frühzeit der Litherei mit dem Lithentwickler von Fotospeed auf das unvergleichliche Sterling Lith Papier. Auf der Suche nach preiswerten Alternativen stieß ich auf das damals gerade erschienene Agfa MCC und begann mich an eigenen Entwickler-Rezepturen zu versuchen. An der MCC-Emulsion wurde in der Vergangenheit offensichtlich mehrmals etwas verändert. Lange Zeit ging da gar nichts mehr, wegen eingelagerter Entwicklungsbeschleuniger war kein Lith mehr möglich, seit zwei, drei Jahren funktioniert der Prozeß wieder.

Als deutlich wurde, daß ein Kriterium für die "lithfähigkeit" von Emulsionen das Fehlen von eingelagerten Entwicklungsbeschleunigern ist, standen eine ganze Reihe von preisgünstigen, ausgezeichneten Papieren zur Wahl. Alle diese Papiere boten einen weiteren Vorteil, den technologiebedingten (höheren) Silbergehalt.

Papiere von Orwo, Foma und Forte, sowie die englischen Kentmerepapiere und Kodak Ektalure wurden zu einer Alternative zu Sterling und Oriental. Einige neue Marken und Papiere sind hinzugekommen, andere sind leider wohl endgültig vom Markt verschwunden.

 

Agfa MCC

Das Agfa MCC ist zwar kein Warmtonpapier, lithet aber in dezentem Beige bis zu leuchtend ockerfarbenen Tönen. Für erste Lithversuche ist es bestens geeignet, weil der "Snatchpoint" auch für den Anfänger deutlich erkennbar ist.

Selen- und Viradontonung erhöhen die Farbigkeit der Mitteltöne, Carbontonung wirkt dagegen "neutralisierend".

 

Jos Mariën
Agfa MCC


 
Moersch Select Sepia, Select Shedlight und Select Ivory

Das Select Sepia VC bringt schon ohne Tonung eine hohe Farbigkeit. Der Lichterton ist über die Lichtmenge einstellbar von Gelb bis Rotbraun. Je mehr Zeit der Print bekommt bevor Lithschwarz aufzieht, desto rötlicher wird der Ton. Bei einer Entwicklungszeit unter fünf Minuten ist mit gelben Tönen zu rechnen, bei 7-8 Minuten wird der Print schon farbiger, bei über 10 Minuten stellt sich ein Rötelton ein. Soll die Entwicklungszeit ausgedehnt werden, ist der Entwickler stärker zu verdünnen, oder beim Master Lith mit dem Starter D zu bremsen. Dabei sollte beachtet werden, daß bei beiden Vorgehensweisen irgendwann ein Punkt erreicht wird, an dem auch kein Maximalschwarz mehr möglich ist.

 

Markus Pfeffer
Select Sepia VC


 
Das Select Shedlight unterscheidet sich im Ergebnis nur wenig vom VC-Papier. Wegen des höheren Silbergehalts erscheinen die Schatten etwas tiefer. Selen- und Goldtonungen verursachen eine sehr deutliche Zunahme der Dichten, Selen überwiegend in den Schatten, Gold über die gesamte Tonwertskala.

 

Wolfgang Moersch
Select Shedlight

 

"Weicher" Lithprint mit hoher Deckung in den Lichtern - um ein Zulaufen der Schattenpartien zu vermeiden, wurde die Entwicklung unmittelbar bei Eintritt des "Litheffekts" gestoppt. Eine mit 15 Sekunden sehr kurze Tonung in Selen 1+4 vertieft nur die Schatten wobei sich auch der Ton deutlich absetzt.

 

A.S.C.
Select Shedlight
Lithprint mit "cleanen" Bildweißen durch knappe Belichtung. Selentonung 1+20 drei Minuten

 

 

A.S.C.
Select Ivory

 

Auch dieser Print wurde in Selen getont, Verdünnung 1+4 zwei Minuten! In dieser (für 1+4) langen Tonungszeit werden die Mitteltöne erreicht.

 
Kentmere Kentona und Art Classic

Die deutlich andere Kentonafarbe bei der cadmiumfreien Emulsion wurde in Lektion 2 schon angedeutet. Der Lichterton ist gelblicher, die Schatten kommen ausgesprochen grün mit der Tendenz zur Kornbildung in den Übergängen zu den Mitteltönen. Ist ein prägnantes Korn erwünscht, ist der Entwickler mit leichtem Überschuss an A-Lösung abzustimmen. Zur Kornunterdrückung kann beim MASTERSET das Additiv C genutzt werden, beim EASYLITH kann ein wenig B-Lösung zugegeben werden. Der im nassen Zustand kühlgelbe Ton erscheint nach der Trocknung etwas wärmer. Nach wie vor ist das Kentona ein hochinteressantes Lithpapier. Es reagiert äußerst schnell auf Tonungen deshalb sollten Tonerlösungen bei ersten Versuchen stark verdünnt werden. Tonungsbeispiele werden in der nächsten Lektion gezeigt.

 

Wolfgang Moersch
Kentmere Kentona

 
Das Art Classic von Kentmere kommt auch etwas weniger rötlich als früher, aber es reicht schon eine leichte Selentonung um den Ton in warmrote oder bei längerer Einwirkungszeit einen kühlen Magentaton zu schieben. Eine weitere Möglichkeit leuchtende Röteltöne zu erzeugen bietet das Additiv F oder die Polychrome-Technik mit einem ammoniakalkalischen Zweitentwickler (siehe PDF Farbe für Schwarzweiss)

 

Rolf H. Funke
Kentmere Art Classic mit Selentonung

 
Formatone

Das Fomatone wurde schon vorgestellt, hier ein Beispiel für einen Rötelton ohne weitere Tonung. Der Bildton stellt sich ein bei starker Überbelichtung und hoher Dosierung des bremsenden Additiv D schon bei einer Entwicklungszeit unter 10 Minuten.

 

Wolfgang Moersch
Formatone


 
Forte Polywarmton, Bergger Prestige, Classic Polywarmton

Die einzelnen Marken unterscheiden sich kaum voneinander was ihre Lithfähigkeit angeht. Die Lichterfarben sind ähnlich, meist rötlich gelb und die Schatten grün- oder braunschwarz. Die Kante zwischen Lithschwarz und den Mitteltönen ist wenig scharf begrenzt, die Übergänge zwischen Lichtern und Schatten erscheinen oft grünlich, besonders bei stark verdünnten Entwicklern. Zur Erzeugung tiefschwarzer Schatten ist eine kurze Tonung im fetten Selentoner zwingend erforderlich.

 

A.S.C.
Forte Polywarmton

 

 

Frank Peinemann
Bergger Prestige

 

 

Gerd Münz
Classic Polywarmton