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Lektion 5: Tonungen von Lithprints

Farbige Lithprints lassen sich in der Regel zu noch intensiveren Farben umtonen. Mehrfachtonungen von Lith- und Polychromeprints wirken plakativer als solche von konventionellen Prints, weil Tonwertgruppen sauber getrennt werden können. Dabei spielt natürlich auch die Reihenfolge der Tonungen eine Rolle. Wegen der Vielzahl der Tonungsmöglichkeiten soll hier nur ein grober Überblick gegeben werden.

Beginnen wir mit einer Einbadtonung mit Selen. Bei stark verdünnten Tonern (1+100 oder mehr) werden auch die Lichter erreicht bevor die Maximalschwärzung in den Schatten wieder abnimmt:

 

Frank Peinemann
Bergger Prestige
durchgetont

 
Soll nur das tiefste Schwarz verstärkt, oder entgrünt werden ist in einem strengen Toner (1+5 bis 1+20) zwischen 15 und 60 Sekunden zu tonen.

 

Gerd Münz
Fomabrom
Selen 1+15 60sec

 

Der Lichterton sollte nicht verändert werden, lediglich die Schatten sollten verstärkt werden.

 

Wolfgang Moersch
Select Sepia VC

 

Hier wurde nur 20 Sekunden bei 1+5 getont, dabei schlägt der grünschwarze Schattenton in Magenta um, die Mitteltöne erhalten einen Hauch von Blau, die Lichter bleiben unverändert.

 

Rolf H. Funke
Fomatone

 

Eine kurze Selentonung verschiebt den grünlichen Schattenton rasch in Richtung Magenta, die Schwärzung nimmt sehr deutlich zu.

 

Christian Schicker
Select Sepia
Polychromeprint mit starker Selentonung

 

Die in der Polychrometechnik (Zweibad Lith+Ammoniakalkalischer Glyzinentwickler) hervorgerufenen Bilder reißen das Selen regelrecht aus dem Toner. Alle Farbnuancen zwischen Rot und Blau sind möglich, entscheidend ist die Tonungsdauer.

 

Frank Peinemann
Fortezo Museum
Selen+Schwefel

 

Reine Schwefeltonungen bringen die zuvor gebleichten Lichter meist ohne Veränderung im gleichen Ton zurück. Anders wirkt die Kombination Selen mit Schwefel.

 

Frank Stölben
Select Shedlight
starke Selen- und schwache Kupfertonung

 

Auf das zweite Tonungsbad hätte auch verzichtet werden können, der Hauch von Kupfer erschien mir jedoch gerade richtig.

 

Matthias Stalter
Agfa MCC
Bleichen, Carbontoner

 

Stärker noch als der Selentoner wirkt mein Carbontoner, er ist deshalb in den meisten Fällen in hoher Verdünnung einzusetzen. Hier wurden die Lichter angebleicht und dann mit 1+20 30 Sekunden getont.

 

Wolfgang Moersch
Select Sepia VC

 

Eine ganz andere Wirkung hat diese Tonung auf Select Sepia:
Zweibadentwicklung
1. Lith 1+8 60A+40B+10D+800Wasser
2. VGT 10A+2B+20C1000Wasser
Hochlichter angebleicht und "carboniert"

 
Die Wirkung des Carbontoners ohne Bleichung lässt sich im direkten Vergleich mit der ungetonten Vorlage erkennen.

 


      

A.S.C.
Select Sepia VC
Links: Lith pur
Rechts: Carbontonung 1+10 eine Minute

 


      

A.S.C.
Fomatone
Links: Lith pur
Rechts: Carbontonung 1+40 30 Sekunden

 

 

Wolfgang Moersch
Kentmere Kentona
Schatten Seleniert, Lichter vergoldet

 

Kentona-Liths reagieren prächtig auf alle nur möglichen Toner. Das geht meist sehr schnell und durchgreifend. Soll der Prozeß hinreichend langsam ablaufen um den Tonungsfortgang beurteilen zu können, sind die Lösungen möglichst hoch zu verdünnen. Hier ein Beispiel für eine Sele-Gold Splittonung. Zuerst werden die Schatten in Selen voll durchgetont, nach ausgiebiger Wässerung können die Lichter im Tetenal Goldtoner blaugetont werden.