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MT1 Selentoner
Die folgenden Bildbeispiele zeigen exemplarisch die Möglichkeiten unseres Selentoners.
Eine detaillierte Beschreibung dieses Toners finden Sie im Bereich Photochemie.

Auf die Wirkung von Selentonung auf Bromsilber- Jodsilber- und Chlorbromsilbermischemulsionen habe ich hier und an anderer Stelle schon mehrfach hingewiesen. Bezüglich der Farbtonveränderung scheint es aber unterschiedliche Einschätzungen zu geben. Manchmal wird gar die Meinung vertreten, bei kalten (Bromsilber) Papieren wäre eine Selentonung wirkungslos. Ein Mißverständnis der Wirkungsweise dürfte hierfür die Ursache sein. In der Tat ist es so, daß Neutral- und Kalttonpapiere bei gleicher Tonerverdünnung erheblich länger getont werden müssen als die Warmtonpapiere um einen Farbumschlag festzustellen zu können. Dies bedeutet nicht, daß die Tonung weniger wirksam ist, sie ist lediglich weniger deutlich erkennbar und dies liegt an der Struktur des Silberkorns. Eine Umwandlung metallischen Silbers zu Silberselenid findet auf jeden Fall statt, auch wenn dies bei kalten Emulsionen nicht zu rötlichbraunen Bildtönen führt. Zur Brauntonung ist Selen auch nicht gedacht. Unabhänig vom verwendeten Papier wird der Bildton zunächst kühler. Die Wirkung beginnt immer in den tiefen Schatten, eine "Durchtonung" bis in die Lichter kann selbst bei fetten Ansätzen eine Weile dauern. Bei Warmtonpapieren ist der Wirkungsgrad leichter zu beurteilen, weil diese Papiere wesentlich schneller auf die Tonung ansprechen. Zunächst nimmt die Schwärzung der Schatten zu, dann verändert sich die Silberfarbe deutlich in rötlichere Nuancen und spätestens wenn die Mitteltöne Farbe annehmen, kippt der Schattenton nach magenta bis rostbraun und die Dichte nimmt wieder ab. Völlig anders scheinen sich Kalttonpapiere zu verhalten, auch hier nimmt die Schattendichte zu, doch der Bildton verändert sich bei längerer Einwirkungszeit zu einem kühlen Magenta und meist bis zum Abbruch der Tonung ohne Abnahme der Schattendichte. Selbst wenn dies für das ungeübte Auge nur im direkten Vergleich mit einem ungetonten Print erkennbar wird, ist eine Wirkung vorhanden. Die Stabilisierung des Bildsilbers durch Selentonung wird zwar meist überschätzt, denn zumindest bei Warmtonpapieren wird die Tonung (für diesen Zweck) aus ästhetischen Gründen (zu) früh abgebrochen, denn wenn die Schattenfarbe kippt, sind die Lichter noch nicht "durchgetont"! Bei Bromsilberemulsionen kann die schützende Wirkung der Selentonung dagegen die Lichter erreichen, bevor die Schattenzonen in einen unschönen Splitton fallen.
Wieweit die Wirkung eines Selentoners selbst bei relativ kurzer Zeit reicht, wird erkennbar, wenn das ungetonte Bildsilber gebleicht, also in ein Silbersalz zurückverwandelt wird. Zur Demonstration habe ich ein Ausschußbild gebleicht, der Print war mir zu schwer geraten, die (Lith)-Schatten waren zu breit. Die Tonungszeit ist identisch, Sinn der Tonung war eine Vertiefung der Schatten bei leichter Abkühlung des Bildtons (links), beim gebleichten Print bleibt das reine Selenbild stehen, die Tonung ging also bei einer Verdünnung von 1+10 und einer Tonungszeit von zwei Minuten bei diesem Papier (Fomabrom Variant) bis in die oberen Mitteltöne.
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